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EDITORIAL - 10 Jahre Script und Zuversicht

Am 1. Dezember 2012 feierte SCRIPT 10-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass ließ Michael Behrent nicht nur die an Christoph Pottings Küchentisch entstandene Gründungsidee der Agentur Revue passieren, sondern machte sich auch Gedanken über den Beruf des PR-Beraters: „Das Erfolgsgeheimnis, sofern es eins gibt, ist die Verbindung von Empathie, Eigensinn, Beharrlichkeit und gedanklicher Klarheit."

 

Die Feier stand unter dem Motto "wir sind zuversichtlich" und bereits im Vorfeld suchten wir Antworten auf die Frage: Zuversicht: Was geht das uns an?

Die "Große Welle von Kanagawa" von Katsushika Hokusai wird allgemein als das wohl bekannteste japanische Kunstwerk weltweit angesehen. Wir haben dieses Bild als Schlüsselbild zu unserer Website über Zuversicht gewählt, weil uns die Menschen in den Booten interessieren, die der Welle entgegen rudern.

Klimakatastrophe, Währungsturbulenzen und ja -"Shitstorms" - die Menschen und ihre Unternehmungen scheinen die Welt heute so zu erleben, wie die Fischer auf dem Bild. Aber welche Ziele sie auch verfolgen - ohne die Zuversicht, es trotz aller unberechenbaren Widrigkeiten irgendwie zu schaffen, hätten sie gar nicht erst angefangen, wären die Fischer gar nicht erst losgefahren.

Die Formel "Er verbreitet Zuversicht" verweist auf unsere Zuständigkeit als Kommunikationsberater für diese Überlegungen. "Zuversicht verbreiten" ist Kommunikation und wenn Institutionen und Unternehmen auf die Zuversicht der Menschen so sehr angewiesen sind, wie der Bootsbesitzer auf die Zuversicht seiner Mannschaft, ist die Verbreitung von Zuversicht heute wohl eine der wichtigsten Aufgaben der Kommunikation. (Ausführlicher zu dieser Überlegung hier.)

Produktivkraft Zuversicht

Und ohne Zuversicht kommen wir selber auch nicht aus. Vor zehn Jahren haben wir als Agentur klein angefangen. Im Jahr 2002 waren Mitarbeiter und Gesellschafter zuversichtlich, das "Projekt SCRIPT" könnte gemeinsam gelingen. Im Laufe der Jahre ging es dann auf und ab. Unsere Agentur ist gewachsen. Mal hatten wir auf diesem Weg kaum Zweifel – dann wiederum, so sehr wir uns auch bemühten, wollte sich die Zuversicht nicht so recht einstellen. – Sicher: Die Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise fordert(e) die Zuversicht heraus. Aber auch die Gruppendynamik in den Teams und im Kreis der Mitarbeiter und Gesellschafter ließen das Zuversichtsbarometer steigen oder fallen. In zehn Jahren SCRIPT haben wir die "Produktivkraft Zuversicht" persönlich und professionell erfahren.

Zuversicht macht kooperativ

Ohne Zuversicht keine Kooperation und Teamarbeit, keine Absprachen und kein sozialer Zusammenhalt. Vertrauen und Zuversicht sind der "emotionale Klebstoff", der Beziehungen und Institutionen erst funktionsfähig macht. Wir alle kennen "Systeme", die vor Zuversicht strotzen. Aber es gibt auch institutionelle Strukturen und Kooperationsbeziehungen, die an der Zuversicht nagen wie Rostfraß in Rohrleitungen. Je höher der Grad an Zuversicht, desto besser gelingen Zusammenarbeit und soziales Miteinander. Erst die Zuversicht ermöglicht es, erfolgreiche Geschäfte zu machen.

SCRIPT – nomen est omen

Ein Script ist ein Konzept oder eine Agenda. Unter einem Script wird auch ein Drehbuch oder eine Regie- und Handlungsanweisung verstanden. Ein Script kann auch ein mehr oder weniger theoretischer Text sein. Unseren Geburtstag nehmen wir daher zum Anlass, eine längerfristige Spurensuche zu beginnen:

Wo sind und wer kennt die Geheimnisse der Zuversicht? Wie kann man Zuversicht verbreiten, wie es die gängige Formel nahelegt? Auf dieser Website teilen wir unsere unsystematisch Sammlung an Expertenwissen, Meinungen und Fundstücke mit Ihnen.

Tatkraft, Orientierung und Motivation bauen auf Zuversicht. Und die Zuversicht war es, die uns vor zehn Jahren dazu bewegte die Agentur SCRIPT zu gründen. Die Bedeutung der Zuversicht erkennen wir oft erst, wenn Menschen ihren Mut, Unternehmen ihren Plan, Teams ihre Orientierung und Organisationen ihre Struktur verlieren. Daher haben wir uns zum Jubiläum mit dem Phänomen auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist eine Sammlung an Überlegungen und Fundstücken.

Die Sache mit der Zuversicht

Ciabatta und Olivenöl mit Salz – das bedeutet Zuversicht für Professor Ulrich Clement, Paartherapeut aus Heidelberg. „Vielleicht noch ein Glas Rotwein“, sagt er im Videointerview. Für Franz Müntefering, SPD-Abgeordneter im Deutschen Bundestag, ist Zuversicht „was Besseres als billiger Optimismus.“ Dies sind nur zwei interessante Antworten auf die Fragen: Was ist Zuversicht für Sie? Und was bedeutet Zuversicht in Ihrem Beruf?

Den Zusammenschnitt der Interviews mit Prof. Gerald Hüther, Prof. Ulrich Clement, Prof. Sigrid Elsenbruch, Benedikt Lehnert, Prof. Matthias Jerusalem, Dr. Ulrich Kuhl, Tom Levold, Franz Müntefering und Prof. Dieter Thomä sehen Sie hier:

Podiumsdiskussion

Drei Perspektiven

 

„Der Wunsch nach Autonomie und die Erfahrung von Abhängigkeit treffen bei Kindern aufeinander und aus diesem Zwiespalt entsteht die Zuversicht.“ Ilka Quindeau

„Ich glaube, dass wir in unseren modernen Gesellschaften eine massive Affäre mit der Zukunft insgesamt haben.“ Prof. Dieter Thomä

„Wirtschaft ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.“ Reinhard Schlieker

Welche Aussicht auf ein zuversichtliches Leben hatten Kinder, die den Holocaust überlebt haben? Welche Wandlung hat der Begriff der Zuversicht im Lauf der Kulturgeschichte erfahren? Welches Spiel treiben die Akteure der Börse mit der Zuversicht? Im Rahmen des zehnjährigen Jubiläums von Script wurden diese und andere facettenreiche Fragen in Gesprächen mit Ilka Quindeau (Psychologin), Dieter Thomä (Philosoph) und Reinhard Schlieker (Wirtschaftsjournalist) diskutiert. Im Dialog mit Moderator Ingolf Baur boten die Gesprächspartner aus verschiedenen Fachrichtungen ein breites Spektrum an Überlegungen und Beobachtungen. Hier eine Dokumentation des Gesprächs.

 

 

Straßenumfrage

Was macht Sie zuversichtlich?

Jeder Mensch ist Zuversichtsexperte – das zumindest behauptet der Philosoph Prof. Dieter Thomä im Interview mit unserer Redaktion. Was aber macht die Menschen bei nasskaltem Herbstwetter zuversichtlich? Wir haben Passanten in Frankfurt gefragt und stellten fest, dass jeder seine eigene Vorstellung von Zuversicht hat.

 

Wenn dir die Zuversicht ausgeht, erfinde sie!

Burkhard Nadolny
Schriftsteller

Fundstücke

Der perfekte Tag

Das ist für mich eine wirklich zuversichtliche Nachricht: Wer täglich 106 romantische Minuten mit seinem Partner verbringt, 74 Minuten für das Essen aufwendet, 36 Minuten arbeitet, 57 Minuten telefoniert oder 46 Minuten schläft, kann sich glücklich fühlen.

Dr. Christian Kroll, Research Fellow an der Jacobs University hat in Zusammenarbeit mit Dr. Sebastian Pokutta, Wissenschaftler am Georgia Institute of Technology, herausgefunden, welche Aktivitäten Frauen für wie lange über den Tag verteilt ausüben müssten, um einen perfekten Tag zu erleben.

Sie analysierten Glück mit Methoden der Optimierungsforschung, die normalweise zur Anpassung von Produktionszyklen in der Industrie Anwendung finden. Sie haben Daten des Nobelpreisgewinners Daniel Kahneman von über 900 befragten Frauen ausgewertet.

Mit nur 36 Minuten Arbeit pro Tag, kann kaum jemand einen Lebensunterhalt bestreiten, daher ist der errechnete perfekte Tag eher an einem Sonntag realisierbar als an einem Montag. Ebenso könnte das strikte Befolgen des errechneten Zeitplans mit einer Stoppuhr eher in mehr Stress als in mehr Zufriedenheit enden. Aber, so Hauptautor und Glücksforscher Kroll, „die Studie ist ein wissenschaftlich fundiertes Gedankenexperiment, das Aufschluss darüber gibt, welche Prioritäten Menschen setzen würden, um mehr Wohlbefinden zu erreichen, hätten sie die Freiheit ihren Tag selbst zu gestalten.“ Eigentlich blöd, dass viele eine regelmäßigen Arbeit nachgehen müssen oder wollen. Wie würde wohl die Glücksverteilung aussehen, wenn ein Normalarbeitstag Berücksichtigung fände?

http://www.christiankroll.eu

Christoph Potting

Script Corporate+Public Communication GmbH, Bettinastraße 53-55, 60325 Frankfurt/Main, www.script-com.de